| Weil nun doch schon sehr viele Leute meine Seiten besuchen
(Danke!) möchte ich die Gelegenheit nutzen, auch ein klein wenig von
meiner Philosophie über das Leben mit Kind berichten. Es gibt dafür
schon Namen, Continuum
Concept oder Attachment
Parenting. Gemeint ist einfach, das Kind zu begleiten, es nicht abzuschieben,
sondern es möglichst rund um die Uhr bei sich zu haben, auf seine
Bedürfnisse einzugehen und ihm nicht zu unterstellen, daß es
mit seinem Schreien seine Umwelt schikanieren will.
Am Anfang, als Eliana noch nicht lange bei mir war und ich noch unsicher war, was das Beste ist für Mutter und Kind, habe ich mich noch von manchen "öffentlichen Meinungen" beeindrucken lassen. "Das Kind muß in sein eigenes Bett" - "Das Baby kann ruhig mal schreien, das ist gut für die Lungen" - "Rumtragen? Wir sind doch nicht bei den Eingeborenen" - "Stillen? Iiih, ich wollte nicht, daß das Kind den ganzen Tag an meiner Brust hängt, mein Busen gehört mir" - "Schläft es denn schon durch oder schikaniert es Sie noch nachts?" - "Mach doch den Schnuller rein, dann isse ruhig" undsoweiter undsofort. Sehr schnell habe ich gemerkt, nein, gefühlt, daß das alles nicht so stimmen kann. Ich habe von einem Tag auf den anderen Eliana zu mir ins Bett genommen, sie fast den ganzen Tag und vor allem abends auf meinem Arm gehabt und sie immer sofort gestillt, wenn sie das Bedürfnis danach hatte. Die Zeit der Schreiphasen war schlagartig vorbei, und ich wurde nun von allen Seiten angesprochen, wie lieb und unkompliziert mein Kind sei. Dies ist so einfach zu erreichen, wenn man sich nur darauf einläßt, auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Denn kleine Kinder haben nur Bedürfnisse, vor allem nach Nähe und Zuwendung, und sie können noch gar nicht auf die Idee kommen, jemanden schikanieren zu wollen! Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, nur auf ein paar sehr gute Internetseiten hinweisen, die gleichgesinnte Leute in mühevoller Kleinarbeit erstellt haben, und auf die ich immer wieder gerne zurückgreife. |
1. Stillen
Eliana wird seit ihrem 10. Lebenstag voll gestillt, vorher
bekam sie in der Kinderklinik abgepumpte Muttermilch und leider auch ein
paar Flaschen HA-Nahrung zusätzlich, damals wußte ich noch nicht
so viel Bescheid, aber ich denke, es hat ihr nichts geschadet (in unserem
Fall!). Anfangs dachte ich, ich werde vielleicht so 6 Monate stillen, mittlerweile
ist Eliana bald 11 Monate alt und ein Ende ist nicht abzusehen, ich werde
ihr den Zeitpunkt des Abstillens bestimmt selbst überlassen. Eine
ganz große Hilfe bei dieser Entscheidung war und ist die Mailingliste
"wirstillen".
Nachtrag: inzwischen ist Eliana fast 2 Jahre alt. Mit
etwa 15 Monaten hat sie sich ganz alleine abgestillt, wollte einfach nicht
mehr trinken. Ich fand es ein wenig zu früh, aber ich bin sehr froh,
daß ich die Möglichkeit hatte, ihr selbst die Entscheidung zu
überlassen. Schön, daß sie so lange die Gelegenheit hatte,
die Muttermilch zu genießen!
Wie praktisch und angenehm das Stillen ist (neben den
vielen anderen Vorteilen, u.a. für die Gesundheit) kann man auf den
folgenden Bildern sehen, gegen Ende war ich auch so selbstsicher geworden,
daß ich mich nicht mehr davor scheute, in der Öffentlichkeit
zu stillen! Um etwas in der Gesellschaft zu verbessern, weil immer noch
falsche Vorstellungen und sogar falsche Informationen im Umlauf sind, habe
ich gemeinsam mit Bianka
einen Flyer entworfen, der jungen Müttern helfen soll, sich gegen
alle Fehlinformationen und "gute Ratschläge" durchzusetzen. Den Text
habe ich hier abgespeichert
und den ganzen Flyer auch als
PDF zum Downloaden!
Weitere sehr gute Links zum Thema Stillen:
![]() |
![]() |
2. Familienbett
Eliana und ich, wir sind alleine und keine große
Familie, aber wir praktizieren die kleinste Form des Familienbettes. Ich
kenne auch genügend Paare, in denen Vater und Mutter gemeinsam mit
ein bis drei Kindern schlafen, die Vorteile liegen klar auf der Hand! Der
größte Vorteil war für mich, daß Eliana einfach leichter
zu beruhigen ist, sie braucht nur die Nähe zu mir, und dann schläft
sie ganz ruhig ein und wacht auch nachts nicht richtig auf. Gerade fürs
Stillen ist es schön, wenn ich nicht extra aufstehen muß, inzwischen
ist es sogar so, daß sie nachts von ganz alleine "andockt" und danach
gleich weiterschläft, ich werde dabei gar nicht mehr richtig wach.
Das Schlafen im Familienbett soll übrigens auch
entscheidend das Risiko des plötzlichen Kindstodes (SIDS)
verringern, weil die Kinder durch Atem und Herzschlag der Mutter sich geborgen
fühlen und dadurch nicht "vergessen" können, zu atmen (dies soll
eine der Ursachen von SIDS sein).
Das leider allzu verbreitete Argument, daß man
die Kinder nie wieder aus dem Elternbett herausbekommt, ist inzwischen
schon so oft widerlegt worden, erfahrene Eltern berichten, daß die
Kleinen irgendwann (so mit 2-3 Jahren) von ganz alleine ankommen und sagen,
daß sie jetzt in ein eigenes Bett umziehen möchten. Ich bin
davon überzeugt, daß ich mir hiermit keine verwöhnte Nervensäge
"heranziehen" werde, sondern ein selbstbewußtes Kind, das weiß,
daß es jederzeit zu mir kommen kann!

Inzwischen ist Eliana schon bald zwei Jahre alt und schläft
meistens in ihrem eigenen Bett durch. Gegen Morgen kommt sie dann zu mir
und wir kuscheln noch ein bißchen vor dem Aufstehen. Zwischenzeitlich
hatte sie mal wieder ganz bei mir geschlafen, als sie Probleme mit dem
Zahnen hatte, aber die Phase war auch schnell wieder vorbei. Also, es ist
alles richtig entspannend, und wenn wir mal unterwegs sind und woanders
übernachten, hat Eliana kein Problem mit fremden Betten, weil ich
ja in ihrer Nähe bin...
3. Tragen
Es gibt ja Leute, die ihre Kinder ausschließlich
tragen, und ich halte da auch sehr viel von, denn Eliana hat noch kein
einziges mal weinen müssen, wenn ich sie getragen habe. Bei mir waren
es körperliche Schwierigkeiten (die Symphysensprengung) die mich davon
abgehalten haben, mir von Anfang an ein Tragetuch
zuzulegen, später (und auch heute mit fast 2 noch, wenn es nötig
ist) habe ich Eliana auf dem Rücken getragen. Wie man auf den Bildern
unten sehen kann, funktioniert das sehr gut, ich konnte so den Haushalt
machen und alle möglichen anderen Dinge (auch singen natürlich)
und hatte immer ein zufriedenes Kind.
![]() |
![]() |
Sicher benutzte ich auch den Kinderwagen, aber nur, solange
mein Kind sich darin auch wohlfühlt. Heute trage ich Eliana nur noch,
wenn es in Strömen regnet und wir mit dem Hund raus müssen, dann
passen wir nämlich beide zusammen unter den Schirm. Aber seit sie
Laufen kann, sind wir eigentlich immer gelaufen, auch wenn es eben so ein
wenig länger dauert, und den Kinderwagen benutze ich nur noch zum
Inlinern.
![]() |
Kurzzeitig hatte ich auch einen Tragesack, den ich selten benutzt habe, hier z.B. bei einem Turnier bei der Siegerehrung, Eliana war da ein halbes Jahr alt. Aber das Tuch ist doch wesentlich praktischer! |
Ein kleines Schmankerl zum Tragen gibt es auf der Seite "Lagsi und Eliana"!
|
|
Kleine Mädchen brauchen nicht immer einen Puppenwagen, ein Tragetuch tut es auch. Links hat Eliana sich noch das Tragetuch und die Puppe von Katharina ausgeliehen, rechts hat sie ihr eigenes Tragetuch und trägt ihren Rumpelwicht spazieren... | ![]() |
4. Sauberbleiben
| Fast alle Leute schauen einen total verwundert an,
wenn man ihnen erzählt, daß es eine ganz einfache Methode gibt, mit der die Säuglinge schon von Anfang an windellos aufwachsen können. Das Geheimnis dabei ist, sie genau zu beobachten und ihre Signale zu deuten. Das alles hier näher zu erklären würde den Rahmen sprengen, hier sind die Links: |
Das hier ist Katharina - mit herzlichem Dank an Bianka! |
Na, neugierig geworden???
Dann schaut Euch doch die Links an!